Mission #40: Akzeptanz der eigenen Endlichkeit
Shownotes
In dieser Folge von Leaders & Missions spricht Carolina Marques mit Charlotte von der Ahorn Kultur über eines der letzten großen Tabuthemen unserer Gesellschaft: den Tod.
Es geht um Endlichkeit. Aber vor allem darum, wie wir leben wollen.
Charlotte arbeitet an der Schnittstelle zwischen Bestattungsbranche, Community Building, Kulturarbeit und digitaler Kommunikation. Mit Formaten wie Der Tod und Wir schafft sie Räume, in denen Menschen offen über Verlust, Erinnerung, Trauer und das eigene Lebensende sprechen können.
Das Gespräch zeigt, warum moderne Trauerkultur weit mehr ist als Bestattung und weshalb Unternehmen, Führungskräfte und Gesellschaft lernen müssen, sich wieder mit echten menschlichen Fragen auseinanderzusetzen.
Eine Folge über Tod, Erinnerung und Transformation. Aber vor allem über Menschlichkeit, Verantwortung und die Frage, was am Ende wirklich zählt.
Themen dieser Episode:
• Warum der Tod kein echtes Tabuthema mehr ist • Wie Social Media Aufklärung über Endlichkeit verändern kann • Der Erfolg von Der Tod und Wir auf TikTok, Instagram und YouTube • Warum junge Menschen überraschend offen über Sterblichkeit sprechen • Die Zukunft der Bestattungsbranche zwischen Tradition und Digitalisierung • Wie Community Räume für Trauer und Erinnerung entstehen • Warum Schönheit und Ästhetik Zugang zu schweren Themen schaffen • Die Rolle von Humor in der Kommunikation über Tod • Wie sich Gesellschaft und Familienstrukturen verändern • Digitalisierung, AI und virtuelle Erinnerungsräume • Was Führungskräfte durch die Auseinandersetzung mit Endlichkeit lernen können • Warum gute Kommunikation Sensibilität und Mut gleichzeitig braucht • Die Herausforderung zwischen Innovation und Respekt vor Tradition • Wie Ahorn Kultur neue Formen von Begegnung schafft
Ein Gespräch über das Ende des Lebens. Und darüber, warum genau diese Perspektive hilft, bewusster zu leben.
Mehr zu Charlotte:
linkedin.com/in/charlotte-wiedemann-71614b17
LeadersAndMissions #DerTodUndWir #AhornKultur #Trauerkultur #Leadership #CommunityBuilding #SocialMedia #Transformation #Innovation #Digitalisierung #AI #Endlichkeit #MentalHealth #FutureOfWork #ThoughtLeadership
Transkript anzeigen
00:00:00: Ich finde es auf jeden Fall richtig spannend, dass Menschen sich das immer wieder sagen.
00:00:03: Dass der Tod so ein Tabuthema ist und bestimmt ist das auch richtig in einigen Kontexten.
00:00:08: aber ich habe die Erfahrung gemacht wenn man mit Leuten drüber reden möchte interessieren sich doch die Allermeisten dafür und alle haben eigentlich so eine Geschichte im Hinterkopf die sie gerne erzählen möchten und die schon lange nicht mehr erzählt wurde und die eigentlich nur den richtigen Raum brauchen.
00:00:27: Der Podcast für visionäre Gestalter und alle die Wirtschaft, Gesellschaft und Innovation aktiv mitgestalten.
00:00:58: fangen wir damit an, dass du uns einfach mal erzählst.
00:01:00: Was ist denn deine Mission?
00:01:02: Meine Mission ist jetzt seit vielen Jahren die ich in der Bestattungsprognose tätig bin das ich den Menschen möglichst gute Informationen geben möchte wenn sie ihre eigenen Entscheidungen treffen können was ihr Lebensende angeht.
00:01:19: Und mich interessieren vor allem verschiedene Disziplinen und kreative Zugänge.
00:01:26: Und die Art der Information, die bewirkt das Menschen sich damit wirklich auseinandersetzen bevor es zu spät ist.
00:01:33: Das ist das was mich antreibt.
00:01:35: Vielleicht heben wir das mal für allejenigen, die dich nicht kennen in den Kontext?
00:01:39: Du hast gerade schon angesprochen... Du arbeitest in einer Ahorngruppe, was ist denn genau deiner Rolle in der Ahorn-Gruppe?
00:01:46: Und wer ist die Ahorn Gruppe überhaupt?
00:01:47: für alle diejenigen, die die Ahorengruppe nicht kennen.
00:01:50: Also die Ahorongruppe ist ein großes Bestattungsunternehmen, ein bestattungsdienstleister.
00:01:57: Das heißt wir sind das Dach von vielen verschiedenen Bestattungsunternehmen in Deutschland, die zu unserer Gruppe gehören Und wir sind deutschlandweit vertreten.
00:02:06: Wir haben ganz viele Filialen in Bayern, aber auch im Westen und Norden.
00:02:11: Das macht die Vielfalt von diesem Unternehmen aus, dass verschiedene Regionen mit verschiedenen Bräuchen zusammenhängen und mit verschiedenen Ausprägungen ansetzen.
00:02:25: spannend macht, glaube ich.
00:02:26: Dass wir eben mit verschiedensten Dingen in Berührung kommen und den unterschiedlichen Umgang kennenlernen auch mit Bestattung und dem Lebensende.
00:02:34: Und deine Rolle ist ja in der Ahronkultur verhaftet?
00:02:37: Was ist das denn genau?
00:02:39: Die Ahron-Kultur haben wir vor zweieinhalb Jahren innerhalb der Gruppe ausgründen dürfen sozusagen im Corporate Startup.
00:02:49: Da ging es vor allem darum, unsere Themen also Öffentlichkeitsarbeit, Bildungsarbeit, Innovationen, Transformation das für eine Zeit lang abzukoppeln sage ich mal um auch ein bisschen Dynamik noch zu gewinnen.
00:03:02: Ein bisschen agiler zu sein, bisschen experimenteller Das haben wir jetzt ein zwei Jahre lang gemacht Also auch hier im Space wozu wir auch gleich doch ein bisschen sprechen können Genau.
00:03:13: Und jetzt sind wir gerade in der Phase, wo wir versuchen diese Dynamik und alles was wir gelernt haben auch wieder zurück ins Unternehmen zu tragen.
00:03:20: Spannend!
00:03:21: Das heißt ihr verbindet eigentlich eine gesellschaftliche und eine wirtschaftliche Welt miteinander.
00:03:27: seit auch Brückenbauer wenn man so sagen kann oder?
00:03:29: Also
00:03:30: die Dinge kann man finde ich überhaupt nicht trennen.
00:03:32: also es geht finde ich an dieser Mission immer um die Veränderung Nicht nur im Unternehmen, sondern in der Gesellschaft.
00:03:39: Das ist auch das was es so motivierend macht finde ich dass man immer die Chance hat mit der Arbeit hier wirklich was zu verändern, wie Menschen mit diesem Thema umgehen.
00:03:48: Und das ist auch das, was mich so reizt für dieses Unternehmen zu arbeiten weil wir eben so viele Standorte in Deutschland haben dass wir eine Möglichkeit haben wirklich auch systemisch etwas zu ver ändern und nicht nur punktuell.
00:04:00: Weil es gibt natürlich auch ganz viele andere Bestattungsinstitute in Deutschland die eine tolle Arbeit machen.
00:04:04: aber das bleibt dann eben in sich geschlossen an einem Punkt Power in die Breite zu gehen, wenn wir was verändert haben.
00:04:14: und das hat mich von Anfang an gereizt.
00:04:17: Wenn du von systemischer Veränderung sprichst, was meinst du damit genau?
00:04:20: Also
00:04:20: da gehört ganz viel dazu.
00:04:22: Es kann bedeuten dass eben die Bestattungsbranche was Digitalisierung angeht zum Beispiel gefühlt Jahrzehnte hinter anderen Branchen hinterher ist.
00:04:32: es kann bedeutend dass nachhaltige bestattungsprodukte eine größere Rolle spielen langsam Und auch spielen müssen bedeuten, dass kreative individuelle Bestattung eine größere Rolle spielt oder das Menschen eben sich lange vorher beschäftigen mit diesem Thema und nicht erst im Akutfall.
00:04:52: Und dann zum Bestatter an der Ecke gehen, sondern dass sie wirklich sich vorher erkundigt haben, wer passt zu mir?
00:04:58: Wer spricht meine Sprache?
00:04:59: Welche Kultur ist mir wichtig?
00:05:01: Und dann eben auch über Marke, über Identität und über Kultur ihr Unternehmen finden und nicht aus der Not heraus entscheiden müssen.
00:05:10: Und das sind so Dinge, die wir versuchen eben über das Unternehmen auch in eine breitere Veränderung zu bekommen und nicht nur an einer Stelle.
00:05:17: Ja jetzt arbeitet ihr wirklich ja sehr stark an der Enttabuisierung?
00:05:23: dieses Thema.
00:05:24: Viele wollen sich damit ja auch gar nicht so richtig beschäftigen, mit ihrer eigenen Endlichkeit und der Endlichkeit von den Dingen grundsätzlich und auch mit dem kulturellen Wandel, der damit natürlich verbunden ist?
00:05:35: Das ist so eines der letzten, also gefühlt eines der Letzten großen Tabuthemen dieser Gesellschaft!
00:05:41: Was beoberstest du?
00:05:42: Was verändert sich da gerade?
00:05:43: Ja, das Interessante zu was du sagst.
00:05:45: Ich finde das letzte Tabu unserer Gesellschaft ist das Geld nicht der Tod.
00:05:49: Das ist auch so eine Erfahrung die wir gemacht haben auf Social Media und in unseren Veranstaltungen im Moment wo es um Geld geht und dann auch noch um Geld und Tod.
00:05:58: Dann ist man wirklich im Tabuthemen bingo schlecht.
00:06:01: ich find's auf jeden Fall richtig spannend dass Menschen sich immer wieder sagen dass der Tod so ein Tabuthema ist und bestimmt Ist das auch richtig in einigen Kontexten?
00:06:10: Aber ich hab die Erfahrung gemacht, wenn man mit Leuten drüber reden möchte.
00:06:13: Dann interessieren sich doch die Allermeisten dafür und alle haben eigentlich so eine Geschichte im Hinterkopf, die sie gerne erzählen möchten und die schon lange nicht mehr erzählt wurde und die eigentlich nur den richtigen Raum braucht.
00:06:24: Und ich rede ja wirklich jetzt seit sieben Jahren jeden Tag ständig über den Tod und auch jeden Abend.
00:06:31: Ich finde immer jemanden der mit mir darüber reden will es nicht so dass die Leute sagen bleibt mir weg Weil da ja auch ganz viele spannende Dinge dazu gehören.
00:06:39: Also wer bin ich, was ist mir wichtig?
00:06:41: Welche Werte lebe ich?
00:06:43: Welchen Beziehungen habe ich in meinem Leben?
00:06:45: wie will ich erinnert werden?
00:06:46: das sind ja alles spannende Themen und darüber reden wir vielleicht im Alltag auch zu wenig und darüber kann viel näher entstehen und dass wollen Menschen eigentlich schon.
00:06:57: man muss es bloß richtig anpacken.
00:07:00: Also bei der Tut und Wir zum Beispiel haben wir gemerkt, da ist ja wirklich innerhalb von Kürzester Zeit eine große Dynamik entstanden.
00:07:07: Einfach nur indem wir irgendwelche Bestattungsutensilien in die Kamera gehalten haben, was sagt haben?
00:07:12: Was ist das?
00:07:13: Und dann eben erzählt haben, dass es ist.
00:07:14: Ja!
00:07:15: Und mit einem Video hatten wir über zwei Millionen Views.
00:07:21: Da haben sich Leute angefangen drüber zu unterhalten... Da hast du gemerkt, okay wir haben das so lange auf dem blinden Fleck abgebildet dass die Leute so einen Hunger haben nach dieser Information.
00:07:32: Dass sie gar nicht mehr an sich halten können vor lauter Neugierde und Wir kriegen so viele Fragen zu diesen Themen, dass wir gar nicht mir uns Content überlegen müssen.
00:07:40: also wir Haben genügend fragen für die nächsten zehn Jahre um diese Videos zu drehen Und das ist ja einfach wahnsinnig schön weil viele Dinge kann man ja auch gar nicht final beantworten weil ja auch niemand weiß wie es ist, wenn man stirbt zum Beispiel.
00:07:54: Also kann man sich eigentlich unendlich darüber unterhalten und das macht's ja auch ein bisschen aus.
00:07:59: Spannend jetzt mal für alle die nicht wissen was der Tod und wir sind.
00:08:03: Das sind eure Social Media Kanäle?
00:08:05: Genau!
00:08:06: Instagram, TikTok und YouTube genau.
00:08:09: Und ihr habt in einer Zeit wo solche Kanälen eigentlich nicht mehr so groß wachsen einen enormes Wachstum hingelegt.
00:08:16: vielleicht magst du das mal in Zahlen bemessen.
00:08:19: Ja, also wir hatten das große Glück dass wir auf TikTok relativ früh dran waren und haben TikTok quasi als Motor benutzt.
00:08:27: Das war noch die Zeit wo man bei TikTok organisch wachsen konnte ohne großes Invest.
00:08:32: da haben wir eben über diesen Algorithmus wo Menschen dann eben begeistert auf diese Bestattung Utensilien reagiert haben.
00:08:39: Da haben wir sehr schnell sehr viel Reichweite aufgebaut und waren wirklich regelmäßig in den siebenstelligen Zahlen für die was die Views anging.
00:08:48: Wir haben dann hinterher, weil wir haben schon sehr provokante Themen am Anfang gemacht um auch Reichweite aufzubauen.
00:08:54: Es war nicht immer nur leicht also vor allem intern war das schon teilweise mit viel Störgefühlen verbunden.
00:09:03: können wir das machen?
00:09:04: geht es nicht zu weit weil das natürlich schon eine ganz andere Kommunikation war als vorher und dann haben wir das aber auch nach und nach ein bisschen gedrosselt und haben auch angefangen dann wirklich Richtung Ernst gemeinte Aufklärung, trotzdem mit einem Unterhaltungswert zu gehen.
00:09:21: Das sind jetzt bei fast einer halben Million Followern über die drei Kanäle.
00:09:25: Welche Fragen haben junge Menschen heute zum Thema Tod?
00:09:29: Das ist so divers... Also da kommen natürlich ganz praktische Fragen.
00:09:35: Man glaubt gar nicht wie viele Kinder und Jugendliche in Deutschland ihre Eltern pflegen
00:09:38: z.B.,
00:09:38: das
00:09:39: ist eine
00:09:40: halbe Million, so ganz grob!
00:09:42: Die haben tatsächlich Fragen einfach.
00:09:44: Also wie mache ich das denn jetzt eigentlich?
00:09:46: Wie kann ich mich irgendwie absichern, meine Eltern dem geht so und so.
00:09:51: was habe ich für Möglichkeiten?
00:09:54: Aber es sind auch ganz viele philosophische Fragen dabei.
00:09:56: Also was passiert nach dem Tod?
00:09:58: Was ist das Traurigste, was ihr je erlebt habt oder wird bei euch auch mal gelacht?
00:10:03: Wie kann man so etwas überhaupt machen?
00:10:05: Es ist nicht irgendwie super schwer.
00:10:06: und dann aber auch ganz viel Leute die sich für den Job interessieren.
00:10:10: Das ist eigentlich unser größtes Employer Branding Tool geworden dass eben auch gerade die Azubis viel über den Kanal kommen.
00:10:18: Aber wir haben auch schon Geschäftsführer darüber gewonnen.
00:10:20: Was mir aufgefallen ist, als ich mir die Kanäle angeschaut habe und auf diesen Space ja angescharrt, er macht viel zum Anfassen!
00:10:27: Also ihr seid sehr bodenständig unterwegs... Es ist auch noch so ein Gefühl.
00:10:32: Ich glaube, das ist der richtige Ansatz weil ihr einfach nicht abhebt.
00:10:35: Ihr wollt da keine Show machen also auch hier hinter uns?
00:10:38: Das ist keine Show!
00:10:39: Das ist Realität.
00:10:40: Halt auch zum Anfassen ja.
00:10:41: Also das hier ist jetzt zum Beispiel eine Urne die Urne von von Irnfold auch mit Start-up und so... das ist halt irgendwie wirklich ein schönes Beispiel dafür dass man das genau wenn man das in die Hand nimmt dann merkt man ja direkt okay wenn ich da reinpasse Wenn ich tot bin, muss irgendwas passieren.
00:10:59: Weil jetzt pass' ich da nicht rein?
00:11:01: Also was muss passieren und verbrand werden?
00:11:02: Und dann ist man schon direkt in der Auseinandersetzung mit der Bestattung quasi.
00:11:07: Je schöner das ist, was du anfassen kannst um so breiter bist du ja es in die Hand zu nehmen.
00:11:13: Man merkt es irgendwie an all diesen Dingen also dass es hier handgetöpfert und glasiert Das ist hier auch handgemachtes haben wir sogar produzieren dürfen, sozusagen auch aus Stoffpapier, Erd und Wasser.
00:11:28: Ja genau, zeigt das mal!
00:11:29: Das ist ja auch ganz spannend... Wir dachten am Anfang es ist eine Blumenbasis nicht, es ist ne Urne.
00:11:34: Tatsächlich
00:11:34: drei D gedruckte Maisstärke von Fabel und dass es tatsächlich so da kann man natürlich nur im Aschebeutel reinpassen.
00:11:43: also ein Kapsel passt dann nicht rein.
00:11:46: aber das ist halt auch wirklich einfach so wahnsinnig schön, dass man sich das einfach mal so hinstellen würde Und man sich auch vorstellen könnte, okay da konnte ich mir vorstellen die Asche von einer Person drin aufzubewahren.
00:11:57: Wenn es allauf wäre in Deutschland das Zuhause aufzubewahren aber im Kolumbarium könnte man's jetzt zum Beispiel einfach hinstellen.
00:12:04: und ich finde halt also je schöner diese Objekte sind um so neugieriger machen sie und umso leichter ist es ihnen die Hand zu nehmen um das zu begreifen was passieren muss.
00:12:12: Naja, und es hat halt auch durch die Ästhetik nimmt das diese Barriere.
00:12:16: Genau also es gibt ja von Gabriele von Arnim dieses Buch Der Trost der Schönheit und Schönheit wird ja manchmal so ein bisschen belächelt aber Schönheit kann einfach so helfen und kann so trösten Und vor allem kannst einen Zugang ermöglichen zu großen Themen.
00:12:32: Jetzt trifft gerade in eure Branche Traditionen auch diese digitale Welt.
00:12:38: Das heißt, ihr bewegt euch in einer sehr traditionellen Branche und gleichzeitig seid ihr digital extrem sichtbar.
00:12:43: Wie gelingt dieser Spagat?
00:12:46: Mal mehr mal weniger gut würde ich sagen.
00:12:48: also Ich finde es in unserer Branche echt extrem auffällig dass die Welten sehr separat existieren.
00:12:55: Also du hast die physische Bestattungsbranche Und dann hast du dir digitalen Start Und die sind im Moment noch nicht für meine Begriffe ideal verbunden, weil du musst in unserer Welt gerade noch extrem viel nachdigitalisieren.
00:13:08: Also viel von der Kommunikation ist ewig über Faxe gelaufen und so weiter... Und das ist so schwierig, dass erstmal alles in ein Universum zu kriegen damit dann die Schnittstellen passen und dass das alles reibungslos funktionieren kann.
00:13:21: Dass wir jetzt gerade finde ich erst an den Punkt kommen wo es überhaupt realistisch wird, dass diese beiden Welten miteinander kommunizieren können.
00:13:29: Das ist aber super spannend, das zu begleiten, aber auch echt extrem... ... nervenzehrend für alle Beteiligten, weil man so viel Gutes erreichen könnte wenn beide Welten verwundener wären.
00:13:42: Und es ist im Moment aber noch... Es gibt halt eben diese traditionellen gewachsenen Unternehmen die auch immer weiter kommen,... ...aber da ist noch so viel Nachholbedarf gefühlt dass die Entwicklung nicht so schnell ist wie sie sagen könnte.
00:13:54: Okay verstehe also ist es nerven zehrend falls es nicht schnell genug geht?
00:13:58: Find ich!
00:13:59: Also für die Bedürfnisse die da draußen sind geht das teilweise noch zu langsam für meine Begriffe.
00:14:04: Ihr versucht ja oft kommunikativ Dinge anzuschieben, zu verändern.
00:14:09: Was war denn in dem Zusammenhang der mutigste Schritt, den ihr gegangen seid um so Beschleunigung auf einen Weg zu bringen?
00:14:17: Ich glaube auf jeden Fall der Tod und wir... Der hat schon wogengeschlagen, also intern und extern.
00:14:25: Wir haben auch viel Kritik dafür bekommen, dass wir gefühlte Grenzen überschritten sind von der Art von Fragen die wir gestellt haben und auch die Themen die wir gemacht haben.
00:14:37: Das war ein großer Schritt für uns als eher klassisches Bestattungsunternehmen und dann auf einen Schlag so sichtbar zu werden.
00:14:44: Es hat uns schon auch ganz schön mit Respekt und teilweise auch Angst erfüllt, was das für Konsequenzen haben kann wenn es mal in die falsche Richtung geht.
00:14:50: Gott sei Dank ist ein Shitstorm ausgeblieben.
00:14:53: aber da haben wir schon gefühlt wie mächtig das sein kann, wenn das eine Dynamik erzeugt, die eigentlich ein bisschen aus der Kontrolle geraten ist.
00:15:02: War's so polarisiert?
00:15:03: Genau!
00:15:06: natürlich dann auch sich sehr viel vermischt.
00:15:08: Also es vermisht sich BtoB und BtoC, also man hat da natürlich die anderen Unternehmen, man hat die Angehörigen, Man hat akut Trauernde, Menschen, die einfach nur neugierig sind Und eigentlich musst du mit diesen unterschiedlichen Ziegler um sehr unterschiedlich kommunizieren.
00:15:22: Das liegt auf der Hand einfach weil du sensibel sein musst mit manchen Leute können mehr Wissen als andere einfach, weil sie selber ständig machen.
00:15:31: Manche Dinge willst du gar nicht wissen wenn du jetzt gerade in Trauerfall hattest und vielleicht manche Möglichkeiten gar nicht hattet.
00:15:37: es hat sich alles extrem vermischt und wurde sehr transparent auf einen Schlag Und das war für uns in dem Moment ganz schön herausfordernd dass das so schnell so gut funktioniert hat.
00:15:48: wir haben ein bisschen den Arten angehalten was jetzt als nächstes passiert aber wir haben eigentlich also vor allem von außen nur gute Rückmeldung bekommen dazu.
00:15:57: Ich glaub, das war für uns intern fast schwieriger als es dann außen der Fall war.
00:16:03: Das ist ein Thema oder die Art wie man damit umgeht?
00:16:05: Das triggert natürlich extrem und dann fallen selbst die, ich sag mal, die hartesten Erwachsenen in ihrer Emotion und da wird sehr absolutes Chaos.
00:16:13: Voll!
00:16:13: Also so zwei konkrete Beispiele.
00:16:15: also ich hab einen Video gemacht mit meiner Tochter zusammen wo wir haben Straßenunfragen gemacht und uns fehlte noch eine Person.
00:16:23: Irgendwie waren wir alle erschöpft und ich habe gesagt, ich frag einfach meine Tochter weil die hatte Ferien.
00:16:27: Die war eh dabei.
00:16:29: Und dann haben wir das gedreht und es ist ein super cooles Video geworden wie sie darüber geredet hat dass Sie ins Universum übergehen möchte wenn sie stirbt usw.
00:16:37: Und da hab' ich so viele Kommentare bekommen was mir einfallen würde mein Kind sozusagen auszuschlachten für mediale Zwecke und dann noch mit einem Thema und so Was natürlich überhaupt nicht meinen Ansinnen war.
00:16:51: und ich liebe dieses video auch.
00:16:53: Und dann gab's so einen anderen Fall, wo ich mich sozusagen in einem Sarg... ...in ein Grab hab hinunterheben lassen auf nem bayerischen Friedhof.
00:17:03: Wo was wir wirklich eigentlich nur für Reichweite gemacht haben und weil es einfach eine coole Idee war aber wo dann auch irgendwie so Stimmen laut wurden.
00:17:10: ist das nicht irgendwie respektlos?
00:17:13: und gerade auch so bisschen diese konservativere Ecke in der wir gedreht haben alle ein bisschen Respekt davor und brauchten danach erst mal einen Schnaps.
00:17:22: Das war auf jeden Fall, es gab schon so Momente wo ich wie Angst vor der eigenen Courage bekommen habe.
00:17:30: Du willst ja nichts Negatives aber das kommt dann in dem Moment rüber als würdest du aus einer schlechten Motivation herausmachen.
00:17:39: Verstehe bevor's weitergeht.
00:17:41: ein kurzer Hinweis an eigener Sache.
00:17:48: Kommunikationsskaliert in den meisten Unternehmen
00:17:52: nicht.
00:17:52: Je mehr Expertinnen, Themen, Regionen und Kanäle hinzukommen, desto größer wird das Chaos.
00:18:01: Genau deshalb haben wir Tucano entwickelt – das Produkt für Unternehmen die über Customer Value Communication wachsen wollen.
00:18:10: Tucano hilft dabei, Expertise in kontinuierliche Sichtbarkeit zu übersetzen markengerecht skalierbar mit der Unterstützung von AI Damit Kommunikation nicht mehr zum Engpass wird, sondern zum Wachstumstreiber.
00:18:24: Mehr dazu auf www.reethinkingplaces.com.
00:18:29: und jetzt zurück zur Folge!
00:18:37: und diese Themen reinzugehen.
00:18:48: Wir leben ja in dieser drei Sekunden Aufmerksamkeitswelt, das merke ich ja in der Arbeit, die wir bei Everything in Places machen.
00:18:55: auch immer wieder, wenn wir Videos schalten, die ersten drei Sekunde sind entscheidend, dass man mal diese Aufmerksamkeit kriegt.
00:19:01: Und wie schafft man es eigentlich in dieser Welt?
00:19:03: Die so schnelle Weg ist, in ein Thema einzusteigen, das eigentlich Tiefe braucht gerade in diesen Videos, in diesem Clip.
00:19:09: Macht ihr da so Strecken oder wie löst dir das, dass sie doch in diese Tiefe reinkommen?
00:19:15: Ja, ich sage nur.
00:19:16: Ich lasse mich heute lebendig begraben!
00:19:19: Ernsthaft?
00:19:19: Also es war ja so einfach den Hux... Das ist halt genau das Spiel.
00:19:24: Du musst halt kleine Köder auswerfen und wenn du die Leute dann hast, dann musst du sie langsam reinholen.
00:19:30: Und das machen wir ja mit dem Space eigentlich auch.
00:19:32: Wir machen hier die Tür auf, wir tun einen Sarg ins Schaufenster und wir sagen so macht ihr heute ein Gedenktartu.
00:19:38: Wir brauchen einfach Sachen, die die Leute so ein bisschen aufhorchen lassen dass dir aus diesem stetigen Information overload, halt irgendwie aufhorchen und sagen so ey Moment.
00:19:49: Ich bin ja ein Mensch und ich werde sterben.
00:19:51: Und es wäre vielleicht eine ganz gute Idee wenn ich mit einem Leben darüber nachdenke und nicht erst wenn so ne Dringlichkeit da ist dass ich überhaupt keine Möglichkeit mehr habe drauf zu reagieren.
00:20:01: Lass uns mal über diesen Space hier sprechen weil der genau in dieses Thema einspielt.
00:20:05: ihr habt in fünfzehn Monaten knapp hundertfünfzig Veranstaltungen gemacht richtig?
00:20:10: Ja!
00:20:11: Anders als Veranstalter, das finde ich ganz spannend.
00:20:14: Ich mag so das mal teilen wie das hier funktioniert.
00:20:18: Also es ist auf jeden Fall über eine große Freude am Ausprobieren einfach entstanden was auch durch ein großes Vertrauen muss man sagen von unserer Unternehmensführung entstanden ist dass sie gesagt haben macht einfach mal und wir wirklich auch keine.
00:20:31: Wir hatten kein Briefing und auch keine Erwartungshaltungen Sondern wir hatten einfach nur eine Freude am hier sein und haben jetzt diesen Raum.
00:20:39: Und können machen, was wir wollen um die Leute um den mentalen Bein zu stellen sich mit ihrer Endlichkeit zu beschäftigen.
00:20:46: Deswegen haben wir wirklich alles ausprobiert und wir haben kaum eine Veranstaltung zweimal gemacht.
00:20:50: also wir haben immer neue Sachen ausprobieren Und das war wunderbar.
00:20:55: Also es war, glaube ich wirtschaftlich gesehen eigentlich eine Katastrophe weil wir da eben nicht klassisch strategisch rangegangen sind oder irgendwie mit einem wirklich ganz genauen Businessplan oder so.
00:21:07: und es ging uns wirklich darum zu lernen um den Leuten zuzuhören was ihre Bedürfnisse sind und was sie sich eigentlich wünschen und was auch fehlt.
00:21:18: Und das war wirklich die spannendste Zeit, die man sich vorstellen kann.
00:21:21: Weil du hast hier so diverse Zielgruppen gerade am Hermannplatz.
00:21:25: Du hast hier alle Altersgruppen von irgendwie jungen Multikulti-Teenies, die hier vorbeikommen bis hin zu vereinsamten Berliner Kiezleuten, die auch hier reinkommen und sagen ich habe gar keinen der sich irgendwie um meine Bestattung kümmern soll.
00:21:40: Ich weiß nicht wie es werden soll.
00:21:43: und dann hast du wirklich alle ja alle Kulturen alle Spiritualitäten ... alle Geschlechter, also und du kannst einfach irgendwie mit allen mal ins Gespräch kommen.
00:21:53: Und auch gefühlt ohne Maske weil wenn du über den Tod redest dann setzt dir ja gefühlte Maske ab... ...und dann kannst du auch über alles andere reden.
00:22:03: Ich glaube es war extrem wertvoll nicht mehr für uns als Menschen sondern auch für das Unternehmen wirklich das Ohr an die Schiene zu legen und zu hören was tut sich denn da draußen?
00:22:12: Wie gestaltet sich dieser Wandel gerade?
00:22:14: dass wir uns darauf besser einstellen können Und wie das jetzt genau passiert, das müssen wir ja jetzt wieder herausfinden.
00:22:21: Das ist wirklich so ein bisschen auch so ein Learning by Doing aber ich glaube es war extrem nützlich!
00:22:28: Das heißt also um auch noch mal ein bisschen Kontext ranzuschneiden... das war eine alte Green-Eisen-Filiale hier die stand leer irgendwann und das ist wie ein Ladengeschäft wenn man sich immer oben schaut und dann ist eigentlich geöffnet für jedermann.
00:22:41: Also jeder ist willkommen und hier finden ja Veranstaltungen auch aus der Community heraus statt.
00:22:46: Genau!
00:22:47: Und was sind denn das für Veranstaltung?
00:22:49: Es sind ja nicht kuratierte Veranstaltet, wo man das so will.
00:22:53: Ja also die kuratieren sich so gesehen von selbst weil Leute kommen... Also so der beste Fall ist finde ich wenn Leute zu unseren Veranstalten kommen danach sagen ich will auch mal etwas machen und dann kommt sie mit einer Idee und dann sind die Teil des Programms und so geht es dann immer weiter.
00:23:08: Und wir haben jetzt so regelmäßige Veranstaltungen wie zum Beispiel ein Chor, der sich regelmäßig trifft.
00:23:13: Die für verstorbene Singen basierend auf Klageliedern aus Europa.
00:23:19: Wir haben eine Naturpsychologin die mit Trauanten hier in die Berliner Urbane Natur geht und wir haben einen Book Club aber auch... Ein bisschen provokantere Sachen gemacht, wie dass wir zum Beispiel ein Tattoo-Studio unten hatten.
00:23:33: Wo man sich tätowieren konnte mit Gedenkmotiven.
00:23:37: Wir haben Sterbemeditationen gemacht.
00:23:39: Wir haben alle möglichen... Wir haben unsere eigenen Ohren getöpfert und sehr gebaut und bemalt.
00:23:45: Aber das was jetzt so schön ist, ist, dass es wie einen Selbstläufer geworden ist von der Community die sich gegenseitig unterstützt wo du gar nicht mehr so viel machen musst sowie bei der Tut und mir auch erzählen sich gegenseitig ihre Sachen und Antworten darauf.
00:23:59: Und du kannst dich eigentlich als Expertin, die du ja auch nicht bist, weil du bist ja auch noch nicht gestorben, kannst du dich so zurückziehen?
00:24:07: Die Community macht das unter sich aus!
00:24:10: Das finde ich so was Schönes wenn um einen Ort eine Gemeinschaft entsteht, die wirklich in sich funktioniert.
00:24:16: Du lernst ja auch wie die Gesellschaft tickt und was es an Services und Leistungen braucht... tatsächlich eintritt.
00:24:25: Dann tritt ja das Unternehmen in Kraft, wenn man so möchte.
00:24:28: Ja.
00:24:28: Also dann hat man einen Anlaufpunkt die Ahorngruppe, die sehr viele Bestatter an ihrer Seite halt hat und die kann sich halt auch auf diese Community einstellen.
00:24:39: Und
00:24:39: was halt schlecht ist es, wenn das Unternehmen deine einzige Community ist?
00:24:43: Weil ich will überhaupt nichts Schlechtes auf jetzt Bestattungsunternehmen kommen lassen, aber es ist wirklich besser wenn du vorher dir schon mal ein Bild gemacht hast.
00:24:51: Unabhängige Informationen bekommen hast, weißt welches Unternehmen zu dir passen würde und auch weißt welche Freunde dich unterstützen würden ähnlich wie wenn du ein Kind bekommst, möchtest du auch nicht von der Ärztin nur abhängen sollen.
00:25:04: Du brauchst deine Hebamme, deine beste Freundin, dein Mann, deine Eltern oder was auch immer verfügbar ist.
00:25:10: Und so ist es bei Bestattung halt auch.
00:25:12: Die Leute kannst du hier rüber finden, die dich begleiten können.
00:25:16: Das finde ich halt spannend!
00:25:17: Du leitest die Ahornkultur also quasi die Community Menschen alles was darum geht.
00:25:22: und jetzt hat die Ahorengruppe ja selber auch eine Kultur.
00:25:26: Wie unterscheidet sie sich denn aus deiner Sicht von anderen?
00:25:29: Konzernen und Holdings.
00:25:31: Man hat ja ein Gefühl, man hat ja vorher irgendwo mal gearbeitet und da gab es auch eine Unternehmenskultur.
00:25:36: Wie unterscheidet die sich?
00:25:38: Also die Menschen, die in der Bestattung arbeiten sind wirklich im Groh, würde ich sagen, Menschen aus einer großen Leidenschaft heraus.
00:25:45: arbeiten, also die ist wirklich ernst mein mit der Arbeit.
00:25:50: Ansonsten kann man den Job auch nicht so lange mit der Hingabe machen weil das ist ein toller Job.
00:25:56: aber er verlangt einem auch recht viel ab und ich glaube wenn man nicht komplett dahinter steht es ist schwer den Job zu machen.
00:26:02: Und ich glaube Menschen in dieser Arbeit sind Das sind Menschen, die nah dran sind am Leben und die ein relativ niedriges Bullshit-Level haben.
00:26:12: Wo viel Tiefgang möglich ist und wo wenig Smalltalk ist.
00:26:15: Und das ist das was mich irgendwie so an der ganzen Bestattungsbranche auch an dem Collegium sozusagen total reizt dass die alle irgendwas zu erzählen haben krasse Sachen erlebt haben und sich auch über diesen Dienst definieren.
00:26:32: also das ist etwas was mich total berührt.
00:26:35: Ich war mit Friedhofsarbeitern unterwegs in Bayern, die haben tatsächlich auch so von Dienen gesprochen.
00:26:41: Also fast schon ein bisschen militärisch aber also in einer guten Art.
00:26:47: Die sehen das einfach als Dienst an der Menschheit dass sie sich darum kümmern und das hat mich irgendwie total berührt.
00:26:53: Selbst dieses konservativere Segment der Branche muss ich sagen hat halt einfach so eine hohe Legitimation und die nehmen das so ernst sich dann auch immer mehr vom ... vom Bullshit entfernt.
00:27:06: Ich fand, dass du grad Militär gesagt hast, ich hätte erste Assoziation für mich gewesen, die Spretualität quasi der Gemeinschaft dienen sozusagen.
00:27:15: Das ist würde ich sagen so wie unsere Bubble das definieren würde?
00:27:18: Also dass man irgendwie so eben dieses spirituelle und dieses Selbstreflexionselement und eben irgendwie an großen Themen dran sein.
00:27:26: aber es funktioniert auch außerhalb der Lifestyle-Bubble sag' ich mal.
00:27:30: also wirklich das als Dienst zu sehen und darüber eine Art Demut vor dem Leben zu entwickeln Das finde ich halt auch wirklich total schön.
00:27:37: Also funktioniert auch in anderen Gruppen, sag' ich mal.
00:27:41: Was ich ganz spannend fand – auch als ich mich mit der Aarhorn-Gruppe näher beschäftigt habe ist das ganze Thema Innovationen Zukunft, den sie sich ja auch auseinandersetzen.
00:27:50: In dem Zusammenhang die Frage was glaubst du?
00:27:55: In dieser Welt die sich ja extrem schnell verändert.
00:27:59: Wir haben KI, wir haben Daten, wir hatten Plattformen und wir haben digitale Lösungen auf Bestattung in Zukunft stärker personalisiert digital erweitert oder hybrider gedacht werden kann?
00:28:12: Ja muss wahrscheinlich auch.
00:28:14: also ich glaube... Es wird wahnsinnig viel passieren, dass einfach sehr große Unterschiede entstehen werden in der Form der Begleitung.
00:28:23: Also ich glaube die Menschen, die sich eine bestimmte Begleitungen leisten können und Menschen, sie sich das nicht leisten können.
00:28:29: Das ist, glaube ich, natürlich auch eine große Kraft so wie in jeder Branche, dass individuelle Begleiterung Luxus ist und die aber immer weiter ausgebaut wird.
00:28:40: Und ich hoffe, dass eben auch das soziale... der soziale Aspekt nicht zu kurz kommen wird und nicht immer weiter weg rationalisiert wird.
00:28:49: Und ansonsten glaube ich, dass so das ganze Hybrid natürlich weiter zunehmen wird.
00:28:54: dadurch sich Strukturen aufsplitten Menschen nicht einmal an einem Ort wohnen überall auf der Welt verteilt sind nicht immer sofort da sein können, wenn es schnell gehen muss und so weiter.
00:29:07: Insofern glaube ich das so, dass digitale natürlich auch an Bedeutung gewinnen wird.
00:29:11: Und die Angebote werden besser.
00:29:13: Die waren früher halt auch ... Nichts, sodass sie einen wirklich berührt haben also eine Kerze digital anzuzünden.
00:29:18: Das macht nicht so viel mit mir.
00:29:20: Aber mittlerweile gibt es virtuelle Räume in denen ich mich bewegen kann, wo ich Video- und Stimmaufnahmen abspielen kann.
00:29:27: Wo ich mit Viabrilen unterwegs sein kann, um das Leben noch mal aufleben zu lassen.
00:29:34: Ich kann Audiobooks aufnehmen, ich kann Podcast mit meiner Oma irgendwie aufnehmen und es ist der Wahnsinn was da passiert und ich glaube dass wird uns auf jeden Fall begleiten.
00:29:46: aber ich glaub nicht dass es für alle relevant sein wird sondern eben für einen gewissen Teil.
00:29:51: Ich glaube in dem Zusammenhang also ich habe mich damit ein bisschen länger auseinandergesetzt weil haben Zum Beispiel, unsere Familie ist sehr long-distance organisiert.
00:30:00: Wir haben Familienmitglieder überall auf der Welt verteilt vor allem in Südamerika und in Süden Amerika.
00:30:06: ist es tatsächlich so dass wenn jemand stirbt innerhalb von vierundzwanzig Stunden bestattet werden muss das heißt du hast in der Regel gar nicht die Chance da zu sein.
00:30:15: ja damit muss man sich auseinandersetzen.
00:30:17: gestaltet man dann sowas sich proaktiv vorher mit diesem Thema auseinanderzusetzen und nicht erst wenn der Fall eintritt, wie kann man das machen?
00:30:27: Dass die Verwandtschaft über den gesamten Welt verteilt ist, die es gar nicht schafft quasi physisch anzureiten, sich zu verabschieden.
00:30:35: Ja und ich frag mich auch natürlich vielleicht ein bisschen eine zynische Aspekt des Ganzen.
00:30:41: aber wird sich das auswirken, dass Menschen auch wollen, dass der Tod immer planbarer wird.
00:30:48: Dass wir immer weniger bereit sind uns der Natur zu unterwerfen.
00:30:51: Wird es dann so sein, dass wir viel mehr mit geplanten Lebensaustritten zu tun bekommen und sich bestimmte Dinge anders planen lässt?
00:31:01: Ja, das geht so in diesem Kontext.
00:31:03: Langlebigkeit versus Sterblichkeit?
00:31:06: Wir haben ja im Silicon Valley diese extreme Tendenz nach longevity und Sterblichkeit.
00:31:13: Optimierung, Planbarkeit ... Digitale Seele.
00:31:16: Ich frage mich manchmal, ob das so gesund ist ohne das zu werten.
00:31:21: Weil man natürlich egal in welcher Verantwortung man steht... einfach sich besser funktioniert, wenn man sich mit der Komplexität des Lebens und das natürlich auch der Endlichkeit auseinandersetzt.
00:31:33: Das ist so verdrängen!
00:31:35: Meinst du dass die Auseinandersetzung mit dem Tod leadership besser macht?
00:31:39: Also ich glaube, dass die auseinandersetzung mit dem tot auf jeden Fall dazu führt, dass ich mein Leben vom Ende her denke und automatisch darüber nachdenke welche Entscheidung führt zu welcher Konsequenz.
00:31:51: also Womit werde ich auf dem Sterbebett glücklicher sein?
00:31:55: Dass ich mir jetzt von dem Geld, das ich verdient habe, irgendwie ein Gadget gekauft hab oder dass ich mit meiner Familie verbracht haben.
00:32:03: Das ist was, was die ganze Zeit bei mir mitläuft.
00:32:06: Auch wenn ich meine Kinder ansehe und weiß, der Tod kann jederzeit kommen ... Bei der Make-It-Count so, ohne dass ich jetzt optimieren will.
00:32:15: Aber ich will Intensität haben und ich will wissen, dass ich die richtigen Entscheidungen getroffen habe, weil es die Qualität meines Lebens angeht.
00:32:23: Und ich glaube das kann einen schon zu einem besseren Lieder machen wenn man darüber nachdenkt was ist jetzt gerade wertvoll?
00:32:31: Und was wird sich nach hinten raus auszahlen?
00:32:33: Was wird sich später gut anführen?
00:32:35: nicht nur in diesem Moment irgendwie ne?
00:32:39: Und gleichzeitig glaube ... ist man auch nicht davor gefeilt, selbst in dieser Branche sich auch teilweise... ...selbst ein bisschen zu verarschen.
00:32:47: Also weil das was du gerade angesprochen hast mit der digitalen Seele und so weiter,... ...das ist ja etwas was auch offline existiert, dass man halt versucht an was zu glauben,... ...dass es irgendwie weitergeht und dass es nicht ganz vorbei ist usw.
00:33:00: Also dieser Wunsch, der ist ja so alt wie die Menschheit.
00:33:02: Und das ist nur quasi jetzt die moderne Ausprägung, dass wir hoffen, dass unser Bewusstsein digital in die Cloud geladen werden kann.
00:33:09: Das ist genauso ein Jenseits halt und insofern ich glaube es ist schon eine harte Aufgabe sich wirklich also im Mortalität wirklich zu akzeptieren auch in der Konsequenz, dass es komplett vorbei sein könnte und das Licht einfach rausgeht.
00:33:26: Wir wissen ja nicht was passiert.
00:33:27: Niemand weiß das.
00:33:30: Gehen wir mal in Deine Rolle als Leadership und Kommunikationsbereich rein.
00:33:36: Was bedeutet verantwortungsvolle Kommunikation für Dich, im hochsehensieblen Bereich?
00:33:42: Also das bedeutet für mich... Ich habe extrem viel gelernt über die Zeit, die ich dabei bin.
00:33:48: Am Anfang dachte ich es geht wirklich nur darum möglichst viel aufzureißen und möglichst viel Reibung zu erzeugen.
00:33:57: Meine Mutter sagt immer, bei Reibung erzeugt man sich auch aushalten können.
00:34:01: Das ist auf jeden Fall ... was teilweise verantwortungslos sein kann und was ich erst mit der Zeit gelernt habe, dass es gibt eben die Awareness-Gruppe also die Leute, die wirklich einfach komfortabel sind und wo's sich lohnt sie ein bisschen zu stören und zu sagen denkt da mal drüber nach, das könnte dir gut tun.
00:34:22: Und dann gibt es aber eben auch die Gruppe von Menschen, Schlimmes erlebt haben oder durch eine schwere Zeit gehen und die es nicht gebrauchen können.
00:34:31: Wo man keine Ahnung hat, wo man gerade rein grätscht.
00:34:36: Ich glaube das auseinanderhalten zu können sind so einfache Sachen wie dass ich nicht mit einem Trinkern einen toten Kopf von der Toten wir in ein Vorsorgebespräch gehen würde oder in Trauergespräch.
00:34:50: Das sind so Sachen, die man dann mit der Zeit doch wirklich versteht bei allem Mut oder allem Willen zur Disruption, dass manchmal Sensibilität dann doch gefragt ist.
00:35:01: Weil man es selber vielleicht erlebt hat was das bedeutet wenn man durch so etwas geht.
00:35:07: Hast du öfters so Momente wo du sagst da stößtest du an deine eigenen Grenzen?
00:35:11: Das hatte ich eigentlich noch nicht.
00:35:13: Doch also einen Moment hatte ich körperlich an die Grenze gegangen bin.
00:35:16: Also ich mag sehr gerne bei verstorbenen Versorgungen dabei zu sein und auch selber zu helfen Aber ich musste einmal nähen und als ich Haut genäht habe, bin ich fast ohnmächtig geworden.
00:35:29: Ich weiß auch nicht was das war aber da... Das war so mein körperliches Limit.
00:35:33: Aber mental, emotional hab' ich's noch nie erlebt.
00:35:37: Was könnten aus deiner Sicht Unternehmen von euch lernen?
00:35:42: Unabhängig von der Branche!
00:35:44: Ich glaube bei allem Innovationswillen nicht zu vergessen, das Alte mitzunehmen.
00:35:52: Also ich glaube in unserer Branche ist es besonders wichtig die Brücken nicht abzufackeln und weil eben die Dinge, die alt hergebracht sind auch Menschen Halt geben können und man damit nicht respektlos umgehen sollte nur aus einem Innovationswillen heraus.
00:36:12: Und ich glaube das ist was unser Unternehmen eigentlich ganz gut ein Bein bringen kann weil es uns eben fast zwei Hundert Jahre gibt in manchen Zweigen.
00:36:22: Und gleichzeitig aber auch im Start-up, wie die Ahrung Kultur dabei ist.
00:36:26: Das heißt das ist schon ein großes Spektrum und dazwischen immer die Balance zu finden.
00:36:32: Das ist glaube ich schon extrem lehrreich.
00:36:34: Es hört sich für mich sehr danach an demütig bleibt.
00:36:37: Genau!
00:36:39: Eine Frage noch?
00:36:41: Zu dem was du so quasi die letzten ... Monate Jahre kann man ja schon sagen, der angestoßen hast.
00:36:49: Was war so der entscheidende Hebel?
00:36:50: Gab es sowas?
00:36:52: In der Zeit die ich für Aachen arbeite.
00:36:56: Ja
00:36:56: genau!
00:36:58: Ein Hebel für Wirksamkeit
00:37:00: bist du?
00:37:02: Ich glaube nah an der Materie dran bleiben.
00:37:04: Also ich glaube, man kann sehr leicht wenn man über diese Themen spricht dann auch auf so eine Meta-Ebene kommen und es kann dann sehr philosophisch werden.
00:37:14: Und ich glaube ist das extrem wichtig die Bodenhaftung nicht zu verlieren also immer mal wieder in der Nähe von trocken Körpern zu sein oder auch von trauernden Angehörigen dass man versteht darum geht's.
00:37:24: und also so einer von unseren ältesten Bestattern der übrigens da auch Marlene Dietrich mit bestattet hat Der hat mir immer gesagt, als er in den Ruhestand gegangen ist, vergiss nie wo du hier bist.
00:37:36: Und das war überhaupt nicht so belehrend gemeint sondern wirklich einfach wie ihr es gesagt habt.
00:37:42: Ich glaub aus diesem Herzstück von Bestattungsarbeit herauszudenken, das war glaube ich jetzt entscheidend für alles also nicht nur das Kurs zu machen.
00:37:55: Am Abschluss einer jeden Folge stelle ich allen Liedern Eine Frage, und zwar die Frage nach dem persönlichen Heck.
00:38:04: Gibt es etwas was dich massiv positiv nach vorne bringt?
00:38:11: Was du teilen möchtest mit anderen, die in solchen Positionen sind?
00:38:15: Ich kann nur empfehlen, regelmäßig Verstorbene zu versorgen.
00:38:18: Warum?
00:38:19: Was macht das mit dir?
00:38:20: Macht einen sehr lebendig!
00:38:23: Das führt einem vor Augen, dass man selber am Leben ist und dann braucht man gar nicht mehr so viel um froh zu sein.
00:38:30: aber wenn man nicht Zugang dazu hat, dass mal regelmäßig verstorbende versorgnet kann, dann kann ich jeden Fall sehr empfehle also viel zu schreiben.
00:38:38: Also das ist mein Hack, dass sich eigentlich morgens und abends immer Schreibe und das ist so ein Freischreiben nennt sich das, dass man einfach nicht darüber nachdenkt was man schreibt sondern einfach guckt was kommt.
00:38:50: Und einfach Stift aufs Papiersetzen und einfach losschreiben auch wenn es ganz blöd ist und man sich irgendwie erstmal schämt und es total banal ist.
00:38:57: und irgendwann kommt etwas was sich überrascht weil es irgendwo vielleicht vergraben lag oder was ich beschäftigt hat oder so und dann ist es draußen und dann kannst du es zur Seite legen Und das ist was, was mich total sortiert.
00:39:09: Also ich hab zum Beispiel nie Probleme zu schlafen, weil das irgendwie so.
00:39:13: meine Gedankenspiralen haben mich dann schon verlassen quasi.
00:39:18: Spannend!
00:39:18: Danke dir!
00:39:19: Dank für deine Zeit und deine Offenheit.
00:39:22: Danke dir.
00:39:23: Da wollte zu sprechen, was du tagtäglich bewegst.
00:39:25: Ich find's sehr inspirierend.
00:39:27: Danke.
00:39:27: Danke
00:39:27: schön.
00:39:30: Das war wieder eine Folge von Leaders and Missions.
00:39:35: Ich freue mich wirklich sehr, dass du eingeschaltet hast und hoffe es hat dir gefallen.
00:39:41: Lass uns gerne eine Bewertung da und teile diese Folge auf Social Media oder in deinem Netzwerk!
Neuer Kommentar